Die elektronische Zigarette – Interview mit Gregor Gysi

In einem Interview über die elektrische Zigarette spricht der Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi von der Fraktion Die Linke mit Schawenzl über ein mögliches Verbot der e-Zigarette sowie über die Gefahren und die Zunkunft der elektrischen Zigarette.
Die elektronische Zigarette - Interview mit Gregor Gysi

Die elektronische Zigarette – Ein Interview mit Gregor Gysi

Biografie: Gregor Gysi ist sowohl Rechtsanwalt als auch Politiker. Im Jahr 2002 war er Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen des Landes Berlin. Seit 2005 ist er Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im deutschen Bundestag. Als Rechtsanwalt vertritt Gregor Gysi einen Hersteller von elektronischen Zigaretten in einem Verwaltungsrechtsstreit in der Rechtsfrage ob elektrische Zigaretten als Arzneimittel einzustufen sind. Das Verwaltungsgericht Köln kam nach der Verhandlung am 20.03.2012 zu dem Urteil, dass die elektronische Zigarette kein Medizinprodukt ist und die Liquids nicht als Arzneimittel einzustufen sind.

 

Interview über die elektronische Zigarette:

Schawenzl: Wie sind sie auf die elektronische Zigarette aufmerksam geworden und welche Erfahrungen haben Sie selbst mit elektrischen Zigaretten gemacht?
Herr Gysi: Mich suchte als Rechtsanwalt eine Firma auf, die elektrische Zigaretten herstellt.

Schawenzl: Wie schätzen Sie die elektronische Zigarette im Vergleich zu Tabakzigaretten bezüglich ihres Gesundheitsrisikos für die Konsumenten ein?
Herr Gysi: Meines Erachtens ist das Gesundheitsrisiko bei elektrischen Zigaretten dann viel geringer, wenn auf bestimmte Umstände geachtet wird. Da Nikotin nicht verbrannt wird, entstehen viele Gifte nicht.

Schawenzl:  Halten Sie ein Reglementierung bzw. gar ein generelles Verbot der elektronischen Zigarette für sinnvoll?
Ein Verbot der elektronischen Zigarette halte ich für abwegig. Es könnte eine gewisse Reglementierung geben, um die Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen.

Schawenzl: Halten Sie eine Begrenzung der Nikotinmenge, die über eine freiwillige Regulierung der Händler des Verbands des eZigarettenhandels hinausgeht, in Liquids für sinnvoll?
Herr Gysi: Auf jeden Fall bin ich dafür, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher umfassend informiert werden.

Schawenzl: Was sind aus Ihrer Sicht die Hauptgründe für das Vorgehen gegen die elektrische Zigarette?
Die Tabakindustrie wehrt sich gegen die elektrische Zigarette und die Bundesregierung bedauert, für die elektrische Zigarette im Unterschied zu Tabakerzeugnissen keine Tabaksteuer zu erhalten.

Schawenzl: Durch die Verbreitung der elektrischen Zigarette entgehen dem Staat Einnahmen in Form von Tabaksteuer. Sehen Sie darin einen Grund für das Vorgehen gegen die e-Zigarette?
Herr Gysi: Dies habe ich bereits beantwortet.

Schawenzl: Sind Sie der Meinung dass die Tabaklobby einen Einfluss auf die Revision der EU-Tabakrichtlinie ausübt bzw. diese maßgeblich beeinflusst, oder sehen Sie den Fall der e-Zigarette gar als ein Paradebeispiel für Lobbyismus an?
Herr Gysi: Ich glaube, dass die Tabaklobby alles unternehmen wird, um die elektrische Zigarette zu schwächen bzw. zu verbieten.

Schawenzl: Wie sehen Sie die Zukunft der e-Zigarette? Wird es zu einem generellen Verbot oder einer Einschränkung des e-Rauchen (Dampfens) kommen oder werden die politischen Versuche der Reglementierung/des Verbots im Sande verlaufen?
Herr Gysi: Ich hoffe zumindest, dass die Versuche der Reglementierung bzw. des Verbots hinsichtlich der elektronischen Zigarette scheitern werden.

Schawenzl: Welche Empfehlungen würden Sie den Entscheidungsträgern im Hinblick auf den Umgang mit der elektrischen Zigarette geben?
Herr Gysi: Man muss sie als ein Genussmittel anerkennen, das ganz normal verkauft werden darf. Hinsichtlich der Herstellung sollte es bestimmte Vorschriften im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher geben.

Schawenzl: Welche Empfehlungen würden Sie den e-Zigarettenhändlern und Dampfern im Hinblick auf das weitere Vorgehen geben?
Herr Gysi: Zunächst muss rechtlich durchgesetzt werden, dass die elektrische Zigarette keine Medizin und kein Medizinprodukt ist. Das bedeutete ansonsten, dass nach einem Genehmigungsverfahren der Verkauf nur in Apotheken zulässig wäre. Das wäre eine ungeheure Einschränkung. Ferner kann dann durchgesetzt werden, dass auch dort, wo nicht geraucht werden darf, elektrische Zigaretten genutzt werden dürfen, weil nur Wasserdampf entsteht. Das ist übrigens der größte Vorteil der elektrischen Zigarette, dass Nichtraucherinnen und Nichtraucher nicht belästigt und nicht geschädigt werden.

Andere interessante Artikel…

9 Gedanken zu „Die elektronische Zigarette – Interview mit Gregor Gysi

  1. Dampfine

    Also ich finde das Interview mit Gregor Gysi gut und freue mich auch immer über neue Artikel zum Thema Dampfen. Allerdings merkt man auch das es sich um einen Politiker handelt, der mit allen Wassern gewaschen ist. Mir würde es viel besser gefallen, wenn die Antworten nicht so wischi waschi wären und vor allem auch ausführlicher.
    Ich würde mich mal über ein anständiges Interview mit Frau Pötsch-Langer freuen, dass sich von den bisherigen unterscheidet.. aber auf das kann ich wohl noch lange warten… :)

    Antworten
    1. Ralph Pechstein

      Also ich finde die Antworten so gar nicht “wischi waschi”!
      Auf ein Interview mit Frau P.-L. kann ich allerdings verzichten, da würde nichts gescheites bei raus kommen!

      Antworten
      1. Megan

        Ooooh…ein Interview mit Pöla wäre sogar seeeehr interessant!!!!!!!!
        Allerdings würden da nicht viele klare Antworten kommen von ihr…ausser:
        “Öh…äh..das…das…das ist gar nicht die Frage”
        oder
        “Ein…ein Vergleich ist nicht zielführeeeend..also….kommen wir bitte zur nächsten Frage”
        oder
        “…das…das…ääh… ist auch nicht die Frage”
        oder
        “…..es ist..also..neinnein…das ist nicht die Frage…man kann keinen Vergleich zu Tabak ziehn…also…wirklich nicht …ne E-Zigarette ist nur zur Rauuuuchentwöhnung daaa….jajaja und gsd sagen das alle auuuch”
        oder
        “Neiiiin…ein Vergleich zu Tabak ist nicht zieeeelfüühreeend…..im Vergleich zu Rauuuchentwöhnung klingts doch vieeel gefährlicheeeer…ach lassen Sie miiiich! Ich möchte das Interview nun abbrechen!”
        *ner-fliehenden-Pöla-hinterher-gugg*

  2. ElMeik

    Hoffen wir nur, dass er auch weiterhin ein Fürsprecher bleibt, denn wie gesagt…gerade der Staat hat ein Interesse und will an uns und Euch allen mitverdienen.

    Schauen wir mal was sich in Zukunft dahingehend bewegt :-)

    Gruß
    ElMeik

    Antworten
  3. ElMeik

    Leider hat es sich bewahrheitet was alle befürchtet haben die um die eZIgarette gebangt haben – Gregor Gysi hatte Recht, denn “sie” haben es geschafft die eZigarette faktisch zu verbieten – toll gemacht Brüssel!

    Antworten
  4. Thomas

    Große Interview! Es ist jetzt 2015 und E-CIGS sind noch nicht verboten! Das ist gut. Ich hoffe wirklich, dass sie wont in nächsten Jahren gebannt auch.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *